CloudyaH

Geboren in der Tiroler Metropole Innsbrooklyn, Hauptstadt der Alpen, ab dem Kindergartenalter aufgewachsen in Wildermieming, einem kleinen, verschlafenen Dörfchen, zwischen Kuhglocken, deutschen Touristen und Bergdoktor TV-Seriendrehs, die Musik für mich entdeckt, da war ich kaum höher als einen Meter…als Musikschulkind, Gitarre-, Geige-, Klavier- und Gesangsunterricht bekommen, dann am Mozarteum in Innsbruck Instrumentalmusikpädagogikstudium studiert.

Während des Studiums dann eine erste Band gegründet und begonnen eigene Songs zu schreiben. Meine Ausbildung war recht klassich und obwohl ich vieles an klassischer Musik sehr mag, habe ich mich in der Klassik für meinen eigenen musikalischen Ausdruck wahrscheinlich nie 100%ig wohlgefühlt. Popmusik war damals an der Uni auch noch ein bissl was exotisches, da hab ich dann eine Weile gebraucht herauszufinden was ich eigentlich will. Nach einem Songwriting Workshop in Wien war dann aber klar – this is what I want to do.

2011 zog ich also hinaus in die große weite Welt, von Tirol nach England, um an der British Academy of New Music und der University of Westminster zu studieren (Degree „popular musician“ und BA „commercial music“). Das Studium an sich war im Nachhinein zwar nur begrenzt hilfreich, die Zeit in London dafür aber umso mehr – bei open mic Abenden habe ich erste Auftrittserfahrung gesammelt, viele tolle Musiker kennengelernt und dann auch in einigen Bands gespielt.

On a slightly surprising side note: Meine Geige kam eigentlich nur mit nach London, weil sie ins Handgepäck passte (eine neue Gitarre war dann in der Denmark Street, London’s Tin Pan Alley/Musikstore-Hub mein erstes Investment in meine Songwriting Karriere), ich ging aber eigentlich davon, dass ich sie nicht mehr wirklich brauchen würde. Bei all den Bands mit denen ich dann in London gespielt habe war aber die Geige dann aber plötzlich mein gefragtestes Asset.

Nach ca 150 Auftritten in London in 4 Jahren und ersten Aufnahmen while working as a waitress, ging mir -offen gesagt- ganz einfach das Geld aus. Im Gegensatz zu Bands aus den Bundesländern, die vielleicht mit großen Träumen und Hoffnungen nach Wien kommen, war also meine Entscheidung nach Wien zu ziehen eher eine Verzweiflungstat  – die sich aber als wahrer Segen herausgestellt hat.

Schon in meinem ersten Monat in Wien habe ich ein ganzes Netzwerk an Musikern und „likeminded people“ kennengelernt, die sich monatlich trafen um sich gegenseitig zu unterstützen, Kontakte zu teilen, Songs zu schreiben und plötzlich war klar, „making a living through music“ ist eine echte, greifbare Möglichkeit.

In den letzten Jahren war ich also mit einigen Bands aktiv, habe Konzerte in Österreich, Kroatien, Luxemburg, Deutschland und Tschechien gegeben, habe auf Alben befreundeter Musiker Geige gespielt und mir schrittweise mehrere Standbeine als Musikerin geschaffen.

Anfang 2020 war es dann soweit, ich hatte genügend Kontakte gesammelt und Konzerte gebucht um hochoffiziell den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Und zwei Monate später kam der erste Lockdown. Was das heisst, muss ich wohl nicht erklären.

Seit ihrer Ankunft in Wien ist Claudia Heidegger gleich in mehrfacher Hinsicht musikalisch aktiv: Sie baut erfolgreich eine Solokarriere auf, ist als Begleitmusikerin gefragt, ist Mitglied von Shane Ó Fearghail´s Band “The Host”  und arbeitet intensiv an einigen Duoprojekten mit befreundeten Musiker*innen.
Bei ihren Solokonzerten geht es nicht laut zu, denn ihren Songs muss man zuhören. Sie nimmt die Gitarre in die Hand, schließt die Augen, berührt fast das Mikrofon und beginnt zu singen, leise, aber intensiv, begleitet von exquisitem Fingerpicking. Ihre Songs führen tief in ihr Inneres, wo Ängste, Träume und Sehnsüchte aufeinandertreffen, wo das Bedürfnis nach Veränderung gegen die Illusion der Sicherheit kämpft und wo keine Ausreden gelten, wenn es darum geht, Verantwortung zu tragen.

 

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