Am Samstag, den 8. März feierte die Hainburger Band „Unerhört“ in der Brucker Stadthalle ihr 5-jähriges Jubiläum. Ich mag die Crew um Frontman Lukas Toth und wollte mir das Festkonzert daher nicht entgehen lassen. Musikalisch kann das Quintett mit gängigen Pop-Songs locker mithalten und textlich heben sich „Unerhört“ mit Liedern wie „Kaiser“ oder „In dieser Stadt“ wohltuend vom Ö3-Einheitsbrei ab.
Damit bin ich schon bei den Positiva des Festkonzertes: Da wäre einmal die Band „Crowdfleckerl“, die zum Auftakt gute Pop-Hausmannskost servierte. Und das ist durchaus wertschätzend gemeint. Ich liebe Krautfleckerl.
Ich habe nach dem Konzert auch die leise Hoffnung, dass es sie doch gibt: Eine „Szene“ im Bezirk Bruck. Denn ich habe schon lange nicht mehr so viel junges Publikum bei einer Musikveranstaltung gesehen. Auch wenn ich mich als Oldie auch nicht einsam gefühlt habe.
Was leider nicht ganz gepasst hat:
Die Technik war suboptimal, was mir auch einige Konzertbesucher bestätigt haben.
Bisweilen ist die Band einem rockigen Jubiläums-Enthusiasmus verfallen: Eine fetzige Version von Georg Danzers „Lass mi amoi no Sun aufgehn sehn“ wird dem Lied einfach nicht gerecht. Und auch „Kokain“ von Boris Bukovski, vor dessen Auftritt in Bruck im Vorjahr „Unerhört“ aufspielte, fehlte die Präzision.
Selbst Lukas Toth meinte in einem Gespräch mit mir nach dem Konzert: “Ganz so fetzig wollen wir nicht sein. – So ist das halt bei Live-Jubiläumskonzerten …”
Location
Die Stadthalle war knallvoll. Dass es in der Bezirkshauptstadt außer der bruchbüdigen „Stadthalle“ keine adäquate Veranstaltungsstätte für mehr als 300 Personen gibt, ist schade und schadet letztlich der Kulturszene. Ein Stockwerk überwinden zu müssen, um auf´s WC zu gehen, ist sowieso jenseits von „barrierefrei“. Da taumeln auch andere.
Service
Für mich ein organisatorisches Manko: Offizieller Einlass war um 17 Uhr. Konzertbeginn: 19.00 Uhr. Die ersten Besucher irrten noch etwas planlos im Saal herum. An der großräumigen Theke gab es Getränke zu kulanten Preisen.
Bei einem Konzert, das letztlich bis nach Mitternacht dauerte, wäre ein kleiner Imbiss nicht schlecht gewesen. – Vermutlich geht es hier um eine Frage der Konzessionen …
Fazit: Lieber Lukas, ihr ward schon mal besser, aber die Stimmung war super und „Unerhört“ gehört gehört.